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FAQ - Frequently asked Questions

Nachfolgend beantworten wir Ihnen häufig gestellte Fragen zu HaLT in Bayern:

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Was ist HaLT?

HaLT ist ein alkoholspezifisches Präventionsprojekt.

Seit der Jahrtausendwende mussten zunehmend mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren stationär mit der Diagnose „akute Alkoholintoxikation“ behandelt werden: Während im Jahr 2000 bundesweit 9.500 junge Menschen mit dieser Diagnose auffällig wurden, hat sich ihr Anteil bis 2008 mit 25.700 Fällen mehr als verdoppelt (Statistisches Bundesamt, 2009).

Dieser bundesweite Anstieg der stationären Krankenhausbehandlungen zeigte sich auch in Bayern: Waren es im Jahr 2000 noch unter 3.000 Jugendliche, so waren es 2010 bereits über 5.500 Mädchen und Jungen. Seit 2012 sind diese Zahlen zwar leicht rückläufig und auch 2014 hat sich dieser positive Trend fortgesetzt (in Bayern 4.698, also 300 weniger als 2013), dennoch ist exzessives Rauschtrinken in dieser Altersstufe weiterhin ein sehr ernst zu nehmendes Thema.

Das Projekt HaLT bietet Kindern und Jugendlichen, die aufgrund einer akuten Alkoholintoxikation behandelt werden müssen, sowie deren Eltern, noch in der Klinik eine Beratung. Zugleich richtet es sich an Verantwortliche in der Kommune, geeignete Maßnahmen in der Alkoholprävention zu ergreifen und auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten. Der Netzwerkansatz mit Kooperationen über die Grenzen des Suchthilfesystems hinaus ist das zentrale Merkmal des Projektes.

Das Projekt ist auch ein Beispiel für einen „best practice“-Ansatz in der Alkoholprävention, wie sie von der WHO und der EU empfohlen wird. HaLT soll dazu beitragen, das gesellschaftliche Bewusstsein für einen verantwortungsvollen und zurückhaltenden Alkoholkonsum bei den Verantwortlichen im Handel, in Vereinen, Diskotheken und Festveranstaltern u.a. zu schärfen und sie zur Mitarbeit zu gewinnen.

Wie ist HaLT entstanden?

Das Projekt HaLT wurde von der „Villa Schöpflin“ in Baden-Württemberg entwickelt. In den Jahren 2003/2004 wurde es als Bundesmodellprojekt an elf Standorten in neun Bundesländern umgesetzt und durch die Basler Prognos AG extern evaluiert.   

Mittlerweile finden sich HaLT-Standorte bundesweit in ca. 170 Städten und Landkreisen. In Bayern wird HaLT seit Dezember 2007 implementiert.

Welche Ziele verfolgt HaLT?

An unterschiedlichen Standorten Bayerns, d.h. sowohl in ländlichen Bereichen wie auch in den Städten, sollen – gemäß dem HaLT-Konzept und doch mit einer ganz individuellen Ausgestaltung – Netzwerke geknüpft, zielgruppengerechte Maßnahmen und Materialien entwickelt, Aktionen durchgeführt sowie die Öffentlichkeit informiert und sensibilisiert werden. Dabei besteht das Ziel stets darin, eine kommunal verankerte Präventionsstrategie bezogen auf Alkoholmissbrauch zu schaffen.

Konkret sollen durch HaLT:

  • Kinder und Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum (besonders mit schwerer Alkoholintoxikation im Krankenhaus) systematisch erreicht werden;
  • Reflexion und Risikokompetenz bei den Betroffenen gefördert werden (Einzelberatung, Gruppenangebot) sowie bei Bedarf weiterführende Hilfen eingeleitet werden;
  • kommunale Konzepte zur Reduzierung alkoholbedingter Schädigungen implementiert bzw. ausgebaut werden;
  • Erkenntnisse über die Häufigkeit und die Begleitumstände exzessiven Trinkens gewonnen werden.
Was sind die zentralen Bausteine des HaLT-Konzeptes?

Das HaLT-Konzept verfolgt zwei zentrale Ansätze:

1. Reaktiver Baustein

Ziel:
Implementierung von Interventionsangeboten für Kinder und Jugendliche mit gesundheitsschädlichem Alkoholkonsum sowie deren Eltern.

Maßnahmen:

  • „Brückengespräch“ mit Jugendlichen in der Klinik
  •  Beratungsangebot für Eltern
  •  1 ½-tägiges Gruppenangebot „Risiko-Check“ inkl. Abschlussgespräch
  •  Bei Bedarf: Einleitung weiterführender Hilfen
  •  Erfassung quantitativer und qualitativer Daten zum riskanten Alkoholkonsum

 

2. Proaktiver Baustein

 

Ziel:
Sensibilisierung der Bevölkerung für die Risiken des Alkoholkonsums und konsequente Umsetzung des Jugendschutzes auf kommunaler Ebene zur Vorbeugung/Verhinderung des exzessiven Rauschtrinkens.

Maßnahmen:

  • Konsequente Umsetzung des Jugendschutzes bei Veranstaltungen, im Handel etc.
  • Sensibilisierung von Eltern, Lehrkräften, Verkaufspersonal etc.
  • breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit
Welchen Vorteil bietet HaLT?

Der Vorteil des Präventionskonzeptes HaLT besteht darin, dass es bereits bestehende Netzwerke nutzt, dadurch eine große Reichweite aufweist und Kinder und Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum zu einem sehr frühen Zeitpunkt erreicht werden können. Indem die Kooperationspartner viele verschiedene Aufgaben übernehmen, können etablierte Netzwerke günstig und nachhaltig präventiv tätig werden.

Was sind die sog. HaLT-Förderkriterien in Bayern?

Als gemeinsame Leitlinie und Orientierungshilfe für eine Umsetzung
von HaLT in Bayern dienen die sog. Förderkriterien von HaLT. Die Anerkennung und Umsetzung der Förderkriterien durch die Einrichtung ist Voraussetzung für eine finanzielle Unterstützung durch das StMGP sowie die gesetzlichen Krankenkassen.

Sie finden diese nachfolgend zum Herunterladen:

Initiates file downloadFörderkriterien

Wer fördert die HaLT-Implementierung in Bayern?

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) fördert das HaLT in Bayern Projekt.

Bayerische HaLT-Standorte werden derzeit mit einer Projektförderung in Form eines Sachkostenzuschusses von bis zu 6000 Euro bei 20 % Eigenanteil unterstützt.

Neue Standorte erhalten im ersten Jahr einen Zuschuss von maximal 10.000 Euro.

Zudem haben eine Vielzahl an Krankenkassen (s. Öffnet internen Link im aktuellen Fenster Kooperationspartner) einer finanziellen Unterstützung des Projektes HaLT in Bayern im reaktiven Teil zugestimmt.

Wer in Bayern kann teilnehmen?

Wenn Sie sich als eine in Bayern ansässige Institution in der Alkoholprävention engagieren und Interesse haben, HaLT im Rahmen eines Netzwerkansatzes gemeinsam mit regionalen Partner/innen als umfassenden Präventionsansatz einzuführen, können Sie mit der BAS Kontakt aufnehmen.

Welche Standorte nehmen an HaLT in Bayern teil?

Hier gelangen Sie zum Öffnet internen Link im aktuellen FensterStandortverzeichnis.

Wie läuft eine finanzielle Unterstützung ab?

Einrichtungen, die das HaLT-Projekt einführen möchten, stellen einen Antrag auf Gewährung von Sachmitteln durch das StMGP bei der BAS. Die entsprechenden Antragsunterlagen erhalten Sie direkt bei der BAS,die Kontaktdaten finden Sie am Ende der Seite.

  1. Die BAS leitet die geprüften und bewerteten Anträge an das StMGP weiter. Das StMGP veranlasst die Mittelzuweisung durch die Regierungen.

  2. Mit der Anerkennung der HaLT-Förderkriterien in Bayern erhalten die Einrichtungen von der BAS ein Zertifikat über die regelgerechte Teilnahme am HaLT-Projekt.

  3. Zertifizierte Einrichtungen können unmittelbar nach Erhalt des Zertifikates die Bausteine des reaktiven Teils mit den Krankenkassen abrechnen. Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Abrechnungsmöglichkeiten erhalten Sie bei der Öffnet internen Link im aktuellen Fenster Koordinationsstelle BAS.

Was ist ein HaLT-Zertifikat und wie erhält man es?

Einrichtungen, die bei der BAS einen Antrag auf Gewährung durch Sachmittel gestellt und die Förderkriterien erfüllt haben, erhalten ein Zertifikat über die regelgerechte Teilnahme am HaLT-Projekt. Das Zertifikat ist Voraussetzung für eine Förderung durch das StMUG sowie durch die Krankenkassen.

Gibt es HaLT-Schulungen?

Für MitarbeiterInnen von zertifizierten HaLT-Standorten werden das ganze Jahr über kostenfreie Schulungen rund um HaLT angeboten.

Anstehende Schulungen finden Sie unter Öffnet internen Link im aktuellen FensterAktuelles – Termine, eine Nachlese zu vorangegangenen Schulungen finden Sie unter Öffnet internen Link im aktuellen FensterInformationen – Präsentationen & Vorträge. 

Welche HaLT-Materialien gibt es?

Für das Projekt HaLT in Bayern gibt es eine Vielzahl an Materialien, insbesondere Flyer und Broschüren, für die verschiedensten Zielgruppen.

Eine Übersicht sowie PDF-Ansicht zu den Materialien finden Sie links im Menu unter der Rubrik Öffnet internen Link im aktuellen Fenster Materialien.

Weitere umfangreiche Informationen zum HaLT-Projekt und der praktischen Durchführung (u.a. Methoden) finden Sie im HaLT-Handbuch. Dieses steht als Download auf der Bundesmodellprojekt-Seite bei der Villa Schöpflin unter http://www.halt-projekt.de zur Verfügung.

Wie erhalte ich aktuelle Informationen über HaLT in Bayern?

Wenn Sie Interesse an regelmäßigen Informationen über die HaLT-Aktivitäten in Bayern haben, nehmen wir Sie gerne in den Verteiler unseres HaLT-Infobriefes auf. Dieser richtet sich an alle am Projekt Interessierten sowie die bereits Aktiven. Bitte senden Sie uns Ihre vollständigen Kontaktdaten an Opens window for sending emailannalena.koytek(at)bas-muenchen.de.

Wer ist mein Ansprechpartner, wenn ich Fragen zu HaLT habe?

Annalena Koytek(Projektkoordination)
Dipl.-Psych.

Tel.: 089. 530 730 – 15
Fax: 089. 530 730 – 19
E-Mail: Opens window for sending emailannalena.koytek(at)bas-muenchen.de
Sprechzeiten: Mo. - Mi., jeweils 09:00 - 12:00 Uhr